Das gpl-violations.org-Projekt hat vor dem Amtsgericht München eine einstweilige Verfügung gegen die Firma Fortinet UK Ltd. beantragt. gpl-violations.org wirft Fortinet vor, die GNU General Public License (GPL) verletzt zu haben. Fortinet nutze in einigen Produkten GPL-Software, ohne den Quellcode der eigenen Produkte wieder öffentlich zu machen oder den Wortlaut der Lizenz wiederzugeben, so der Vorwurf. Die einstweilige Verfügung beinhaltet nun eine Einstellung der Produktdistribution, bis die Bedingungen der GPL erfüllt sind.
"Diese Verletzung durch Fortinet ist besonders ungeheuerlich, da der Anbieter nicht nur die GPL verletzt hat, sondern dieses Missverhalten auch noch aktiv zu verbergen versucht hat," so Harald Welte, Linux-Kernel-Entwickler und Gründer des gpl-violations.org-Projekts. "Wir haben in keinster Weise etwas gegen die kommerzielle Nutzung von freier und Open-Source-Software und es gibt keine juristischen Risiken bei der Nutzung GPL-lizenzierter Software in kommerziellen Produkten. Aber Anbieter müssen den Lizenzbedingungen nachkommen, wie bei jeder anderen Softwarelizenz auch."
Fortinet bietet eine Reihe von Firewall- und Antivirus-Produkten (FortiGate- und FortiWiFi-Produktserien) an, von denen Fortinet behauptet, sie liefen auf dem "FortiOS"-Betriebssystem. Das gpl-violations.org-Projekt will nun herausgefunden haben, dass "FortiOS" den Linux-Betriebssystem-Kernel und noch zahlreiche andere freie Softwareprodukte nutzt, die ausschließlich unter der GNU GPL lizenziert sind. Diese Informationen hat Fortinet nicht offen gelegt.
Auf eine Abmahnung durch das gpl-violations.org-Projekt am 17. März 2005 hat Fortinet nicht reagiert und die Unterlassungserklärung nicht unterzeichnet. Eine außergerichtliche Einigung konnte zeitnah nicht erzielt werden. Deshalb sah sich das Projekt nach eigenen Angaben genötigt, die einstweilige Verfügung mit Distributionsstopp gegen Fortinet zu erwirken, bis die Bedingungen der GNU GPL erfüllt werden.


















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